Ein Auslandsaufenthalt verbessert die Sprachkenntnisse und stärkt das Selbstbewusstein. Die Berger Montessorischüler verbringen vier Wochen in England.


Von Sandra Hüttner


 

Berg – Nach vier Wochen in England sind die sieben Schüler aus der Klasse „M9 plus“ von der Freien Montessori Schule in Berg um einige Erfahrungen reicher. Die zwei Mädchen und fünf Jungen haben in dem fremden Land, weit weg von Familie und Freunden ihre eigenen Fähigkeiten und Grenzen entdeckt und vor allem ihre Englischkenntnisse verbessert. Sie sind ein kleines Stück mutiger und selbstständiger geworden.

Zeitversetzt besuchten die sieben jungen Leute eine Sprachschule in Paignton, einem Stadtteil von Torbay. Maximilian Herold schwärmt von seiner Gastfamilie, die er als freundlich und aufgeschlossen beschreibt. Entgegen den Erwartungen war dort auch das Essen gut. „Nicht nur Fast Food, auch frisches Gemüse und Salat kam auf den Tisch.“ Die typischen Sandwiches aber kamen bei den Jugendlichen nicht gut an, wie sie erzählen.

Für Loreen Triller war eines der größten Unterschiede der lange Fußweg zur Schule. „Eine halbe Stunde Marsch musste zurückgelegt werden“, erzählt die Neuntklässlerin, die in der Heimat direkt vor der Schultüre aus dem Bus steigt. Die anfängliche Aufregung vor der Reise habe sich schnell gelegt.

Katharina Sommerfeld berichtet, dass an der Sprachschule nicht so viel Wert auf die Grammatik gelegt werde. „Frei reden war angesagt, die passende Zeitform war eher nebensächlich.“ Die Jugendlichen schwärmen von den Freizeitangeboten in Paington, zählen Freibad, Kino, Kartbahn und Tretbootfahren auf. „Am Wochenende haben wir eigenständig Aktivitäten geplant, je nach Lust und Laune“, berichten die Jugendlichen. „Wir würden jederzeit wieder einen Auslandsaufenthalt machen, aber dann in einem anderen Land“, so ihr Fazit. „Diese Erfahrung der Selbstständigkeit in einem fremden Land können wir nur jeden empfehlen.“

Englischlehrerin Laura Göbbel berichtet von viel selbstbewussteren Schülern. „Sie sprechen Englisch, ohne Angst zu haben, eine falsche Vokabel zu nutzen“, erzählt die Lehrerin. „Sie legen einfach los.“ Laura Göbbel weiß, dass dies an der Schule in Paington gefördert wurde. Schulleiter Stephan Ludl spricht bei dem Auslandsaufenthalt von einem Lernen fürs Leben. „Das fängt mit einfachen Sachen wie dem Lesen eines Busfahrplanes an.“ Für die Jugendlichen habe sich Vorstellung vom freundlichen, hilfsbereiten und sehr höflichen Engländer erfüllt. Ein anderes Land und seine Bewohner kennenzulernen habe sich positiv auf die Jugendlichen ausgewirkt.

Schulleiter Stephan Ludl spricht von einer tollen Leistung seiner Schützlinge, da es sich nicht um einen herkömmlichen Schüleraustausch handelte: „Es gab keine Begleitpersonen, niemand war da zum Anrufen oder Hingehen, alle anstehenden Probleme mussten die Jugendlichen selbst lösen – und das auf Englisch.“

Gab es eine schwierige Situation, stand in der Sprachschule ein Vertrauenslehrer zur Verfügung. „Ein großer Schritt in die Selbstständigkeit auf der Basis der Fremdsprache Englisch“, fassen die beiden Lehrkräfte zusammen. Und sie haben von ihren Schülern auch gehört, dass inzwischen Freundschaften über die Ländergrenzen hinweg entstanden sein.

 

frapo

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